Aktuelles

Erfüllend Leben - von Margó Oswald

Mittwoch, den 22. August 2018 um 09:44 Uhr

Er hat manchmal wollen den Sonnenschein

auf seinen Hut stecken und die Abendröte umarmen.       Adalbert Stifter

 

Erfüllend Leben

Kinder spielen oft ganz selbstvergessen und gehen völlig in ihrem Tun auf.

Sie sind erfüllt und empfinden sich gleichzeitig als Teil vom Ganzen.

Erinnerst Du Dich noch an dieses Gefühl?

Zuviel unbegründete Lebensfreude

ist nicht das Problem, es ist die Lösung. Alfred Selacher

Eine ungesunde Selbstvergessenheit kann eintreten, wenn ein Kind sich nicht geliebt, sondern eher abgelehnt fühlt. Das Gefühl angenommen und geliebt zu sein ist für ein Kind lebenswichtig. Oft abgelehnt, fühlt es sich ausgestoßen und damit steigt eine (meist unbewusste) sein Leben bedrohende Verlassensangst in ihm auf. Das Kind kann nichts ändern an Situationen, in denen es das Gefühl hat, zu stören, lästig zu sein, zu nerven, zu viel zu fragen, etc. Es ist hilf- und machtlos. Um das furchtbare und kaum auszuhaltende Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren, irgendwie zu überleben, gibt das Kind sich "die Schuld". Wenn es selbst schuld daran ist, nicht geliebt zu werden, also nicht liebenswert zu sein, dann kann es sich an die Hoffnung klammern, dass es sehr wohl etwas ändern kann. Es muss nur seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle "vergessen" und sich brav, gut funktionierend, brauchbar, ... verhalten. Hierdurch erlebt es nun, dass es gesehen, gelobt, anerkannt, ... wichtig wird, und fühlt sich wieder sicher.

So hat es gelernt zu überleben und verlernt, erfüllt zu leben.

Ein freudiges Lebensgefühl geht unserer Zeit trotz der äußeren Erfolge ab,

wir haben ein Gefühl der Leere. Jakob Boßhart

Als Erwachsene/r kann solch ein Mensch sehr leicht ins Burnout geraten denn, wie viel auch immer von ihm erwartet und noch zusätzlich auf seine Schultern gepackt wird, er muss alles schaffen, perfekt und nützlich sein, gut funktionieren. Er kann nicht aufhören damit, denn die damals entstandene ins Existenzangst, wie auch die Erfahrung, sich gut funktionierend und nützlich, sicher und auch erfolgreich zu fühlen, packen noch immer und treiben ihn weiter und weiter. Zudem hat er nun lange so verhalten gelebt bzw. überlebt, dass er die eigenen Gefühle/Wünsche/Bedürfnisse kaum noch fühlt.

Immer noch: - sind 1. die Bedürfnisse/Wünsche der Anderen wichtiger als die eigenen,

- kann 2. dieser Mensch die eigenen Bedürfnisse/Wünsche nicht spüren (und falls doch)

- darf 3. er nicht für sich sorgen, eben weil die Anderen immer noch wichtiger sind.

In entsprechenden Situationen wird er unbewusst wieder zum hilflosen Kind von damals. Sein inneres Sicherheitssystem blockiert und macht ihn hilf- und machtlos, weil dieser Mensch weiterhin in dem (unbewusst abgespeicherten) Glauben ist, sonst ausgestoßen zu werden und in der Folge sterben zu müssen. Vom Verstand her ist er sich sicher, dass das "Quatsch" ist. Und er kommt trotzdem nicht aus der Nummer raus, vor allem und gerade weil der Verstand diese große Angst nicht wahr- und deshalb nicht ernst nimmt.

Lebensfreude - Kinder haben sie, Erwachsene können sie wiederfinden. Volker Murawski

Kommt er denn dann überhaupt jemals wieder aus diesem Dilemma heraus? Ja.

Wenn dieser Mensch den Mut hat, sich zu glauben, sich und die eigenen Gefühle,

diese tiefe Angst wahr- und vor allem ernst nimmt und die Schuldfrage klärt,

steigt er aus dem inneren Hamsterrad aus.

Unsere Lebensfreude braucht Orte, wo sie sich wohlfühlen kann. Ernst Ferstl

 

Herzlich, Margó Oswald

 

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Thema Flüchtlinge von Margó Oswald

Donnerstag, den 13. Oktober 2016 um 13:35 Uhr

Was Macht hat, mich zu verletzen ist nicht halb so stark, wie mein Gefühl, verletzt werden zu können.    
William Shakespeare

Flüchtlinge annehmen, das hört sich doch ganz leicht an. Ist es aber nicht. Wir haben zwar meist Mitgefühl aber wir haben eben auch Ängste.
Und noch schlimmer ist es in unserem Inneren. Wir haben nicht nur eine unbewusste aber dennoch riesengroße Angst vor unseren inneren Flüchtlingen, sondern in Situationen, die uns an die damals lebensbedrohlichen Gegebenheiten erinnern, können wir uns auch seitdem nicht mehr fühlen.
Und wir geben uns die Schuld.
Hätten wir nicht so gehandelt, wie wir handelten/gesagt, was wir gesagt haben... Wären wir nicht so, wie wir waren/sind, dann wären wir nicht ins Bodenlose gefallenoder dann wäre wenigstens Jemand da gewesen, der uns gehalten hätte. Um damals (seelisch bis ins Mark erschüttert ) zu überleben, mussten wir das innere Sicherheitssystem einrichten.
Und das scheint ein Teufelskreis zu sein:
Wir geraten (immer wieder einmal) in eine, für uns ähnlich bedrohliche Situation und schon wird der innere Automatismus ausgelöst und wir spüren uns nicht mehr. Hierdurch sind wir in scheinbarer Sicherheit, sind aber in Wirklichkeit wieder genauso hilf- und machtlos wie damals und können (wieder und immer noch) nichts ändern.

Sei denn behutsam! Furcht gibt Sicherheit.   
William Shakespeare

Wie aber kann es dann jemals gelingen, dieses bombensichere System zu beenden,jetzt, wo wir erwachsen sind und es nicht mehr brauchen?
Indem wir auf unsere Helfer, unsere Zipperlein, Krankheiten und Gebrechen achten! Setzen wir uns z. B. unter Druck, könnten uns Nacken- und Kopfschmerzen quälend zeigen: Wir sitzen uns selbst im Nacken und zerbrechen uns schmerzhaft den Kopf.  Mit Schmerzmitteln schlagen wir unsere wahren Gefühle aber schnell wieder in die Flucht. Also muss der Körper mit größeren Geschützen aufwarten. Der Darm oder auch der Rücken, unser Herz, der Blutdruck, überall zeigt sich unsere innere Wahrheit, die wir, weil sie uns Angst macht, wieder in die Flucht schlagen. Fast immer hält uns unser Verstand davon ab hinzuspüren und in uns hinein zu horchen. "Stell dich nicht so an. Es ist eben so. Da kann man nichts dran ändern", sagt er. Und: "Es gibt halt so viele Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten." Meist glauben wir lieber unserem Verstand und schlagen unsere wahren Gefühle, die uns sowieso nur Angst machen und daher (wieder) nicht sein dürfen immer und immer wieder in die Flucht.
Mit Spritzen, Entfernen, Herausschneiden oder sonstigem "Geschoss".

 Beherzt ist nicht, wer keine Angst kennt, beherzt ist, wer die Angst kennt und sie überwindet.    
Khalil Gibran

Wir brauchen Mut, unsere Flüchtlinge wirklich zu sehen, ihre Not, ihr Elend, abgelehnt, ausgegrenzt, nirgendwo dazu gehörend, einsam und ins Bodenlose fallend. Und wir brauchen Geduld mit uns und unserer riesengroßen Angst, sie zu spüren und ihr/uns die Zeit zu lassen, die sie/wir brauchen um uns auf Einander einzulassen,uns zu trauen, so zu sein, wie wir (auch) sind, so wie wir jeweils wirklich fühlen, (z. B. überfordert, ausgepowert, verletzlich, einsam, nicht dazugehörig, ängstlich, dünnhäutig, hilf- und machtlos, traurig, verwirrt, verzweifelt,... ) und zu wagen, ganz und jederzeit, so zu sein, wie wir wirklich sind.

 Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern.     
Konfuzius

 Eine Aufstellung mit all unseren inneren Flüchtlingen und mit unserer Angst,
öffnet und führt uns den Weg zu uns und unserer ureigenen Wahrheit.

 Lasst uns beherzt sein.

Herzliche Grüße Margó Oswald
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Was tut ein Kind, das Laufen lernt, auch wenn es immer wieder hinfällt?

Was tut ein Kind, das Laufen lernt, auch wenn es immer wieder hinfällt?

Einfach wieder aufstehen und weiterlaufen, auch wenn es weh tat. So lange, bis es die anfänglichen "Fehler" hinter sich lässt und es schließlich klappt.

 Angst, Schuld und abgelehnte Anteile/Gefühle

Es gibt, wie schon mehrfach erwähnt, einen Bereich in unserem Leben, den anzurühren wir tunlichst vermeiden, um uns nie wieder hilf- und machtlos zu fühlen. Es ist der Bereich in unserem Leben, in dem wir früher einmal eine große existentielle Bedrohung erlebt haben, sodass wir uns seitdem unbewusst "schützen", indem wir uns, in solchen oder ähnlichen Situationen, von unseren Gefühlen trennen.

 "Bestimmte Situationen machen mir solche Angst, dass ich sie inzwischen vermeide."
"Ich werde gemobbt. Das ist mir schon im Kindergarten so gegangen."
"Warum nur gerate ich immer an die falschen Menschen?"
"Immer werde ich ausgebeutet, privat aber auch beruflich. Das war schon immer so."
"Ich werde irgendwie übersehen, das ist schon von klein an so."

 Solche und ähnliche Aussagen können anzeigen, dass wir uns, tief in unserem Inneren, selbst die Schuld an genannten Unglück geben. Das wiederum kann zu Gedanken führen, wie: "Mit mir muss etwas nicht in Ordnung sein. Wenn es immer wieder passiert, mit unter schiedlichen Menschen/in unterschiedlichen Situationen, kann es doch nur an mir liegen! Und dann sind wir, tief in uns, auch davon überzeugt, dass uns keiner so lieben kann wie wir wirklich sind. Wir selbst lehnen uns, bzw. einen wichtigen Teil von uns selbst, ab. Diesen können wir nicht so lieben, wie er ist (uns selbst nicht so, wie wir (auch) sind).
Wir haben das Vertrauen in uns verloren!

 Zwei potentielle Beispiele dazu:

Ein Kleinkind sucht Liebe und Aufmerksamkeit bei Erwachsenen. Es gerät in eine, für das Kind existentiell sehr bedrohliche Situation, es wird missbraucht. Nun kommt es darauf an, ob das Kind danach "aufgefangen wird" oder ob es erlebt, dass Andere es komisch behandeln, ihm nicht glauben oder es irgendwie ablehnen. Fortan könnte dieses Kind nun unbewusst immer Angst haben, Jemandes Liebe oder besondere Aufmerksamkeit. auf sich zu ziehen, denn für das Kind waren vielleicht diese eigenen Gefühle/Anteile "schuld" daran, dass es missbraucht wurde. Sobald diese Gefühle in diesem, inzwischen erwachsenen gewordenen Menschen auftauchen, wird dieser innerlich wieder zum Kind und genauso hilf- und machtlos. Die Angst "schützt" es, indem sie es sofort von diesen Gefühlen trennt, damit "es" nicht wieder passiert.

 Was lässt uns nicht mehr an uns glauben und auf unsere eigene Intuition vertrauen?
Glaubenssätze wie: Das schaffst Du nie! Du doch nicht! Du fällst! Oder Ähnliches?

 Ein anderes Kind will nicht folgen. Es reißt sich vielleicht los, wird angefahren und schwer verletzt. Es erlebt eine existentiell extrem bedrohliche Situation. Vielleicht bekommt das Kind danach zu hören: Siehst Du, wenn du nicht folgst, ... Dieses Kind lehnt in der Folge vielleicht seinen eigenen Willen ab, weil es meint , dass dieser daran "schuld" ist, dass es verunglückte. Dieses Kind würde sich, auch als Erwachsene/r unbewusst immer dann, wenn der eigene Wille zu spüren ist, von diesem trennen, damit "es" nicht wieder passiert.

 Was tun wir, wenn wir etwas neu einüben/erproben, einige Male gestrauchelt sind und es jedes Mal weh tut?
Wir lernen nicht aus dieser Erfahrung, um es beim nächsten Mal anders zu machen, sondern wir sagen und glauben: "Das schaffe ich sowieso nie! Weil wir inzwischen dem, was Andere sagten und sagen, mehr vertrauen als uns selbst.

 Herzliche Grüße
Margó Oswald

 Es ist an der Zeit, uns unsere "Schuld" genauer anzusehen, um uns von ihr befreien. Damit wir uns selbst (unsere abgelehnten/in die Flucht geschlagenen Anteile/Gefühle) wieder annehmen, wieder an uns selbst glauben und uns selbst wieder vertrauen.

   

Verdrängung und Abwehr oder Annahme

Freitag, den 08. April 2016 um 09:42 Uhr

Es gibt nichts Interessanteres als in all die Welten einzutauchen, die sich mir öffnen. Wo das undurchdringliche Gestrüpp der Glaubenssätze, Kontrollmechanismen und Sicherheitssysteme bisher den Weg blockierte, finden wir gemeinsam den Weg hinaus, ins Licht und auf den eigenen Weg.

Verdrängung und Abwehr oder Annahme

Lehnen wir Flüchtlinge grundsätzlich ab, weil wir nicht mit ihnen fühlen (können) und verdrängen ihre Problematik und ihren Wunsch, angenommen zu werden, eine sichere Heimat zu finden und das Leben wieder genießen zu können? Oder nehmen wir sie an, trotz aller Befürchtungen und Ängste, die dadurch aufkommen?

Stellen wir uns vor, wir hören irgendwo draußen Schüsse. Wir sehenängstliche und aufgeregte Menschen auf unser Haus zulaufen, um in Sicherheit zu gelangen. Würden wir uns in dieser Situation fragen, ob wir sie hereinlassen oder uns abwenden? Oder würden wir nicht vielmehr spontan unsere Tür für sie öffnen, sie erst einmal in unser Haus und somit in Sicherheit lassen?

Im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik spiegelt sich unser Umgang mit unseren eigenen, inneren abgelehnten (in die Flucht geschlagenen) Anteilen. Unser inneres Sicherheitssystem und unsere Kontrolle, hindern uns daran, in für uns sehr bedrohlichen Situationen, mit uns (und daher mit Anderen) mitzufühlen. So schützen sie/wir uns davor, Gefahr zu laufen "ins Bodenlose zu fallen".

Vielleicht hatten wir keine Lust fleißig und strebsam zu sein, wie Eltern und Geschwister. Vielleicht konnten wir das, was jene Alle erreichten, nie hinbekommen, obwohl wir uns nach Kräften und immer wieder so sehr darum bemühten. Die hierdurch oder auch aus anderen Gründen erfolgte Ablehnung, durch ihm wichtige Bezugspersonen, ist für ein Kind dermaßen bedrohlich, dass es "den Boden unter den Füßen verliert" und, weil niemand es hält, "es ins Bodenlose stürzt". In solchen als lebensbedrohlich erlebten Situationen, sind Kontrolle und inneres Sicherheitssystem entstanden und die Verdrängung des abgelehnten eigenen Anteils. So konnte das Kind überleben. In uns Erwachsenen wirkt diese riesengroße Angst auch weiterhin.
Unsere Vernunft aber sagt uns: Vor Ablehnung oder Liebesentzug braucht man doch keine Angst zu haben! Und wenn doch, dann auf keinen Fall eine solch riesengroße! Im Zwiespalt zwischen Gefühl und Vernunft, gewinnt die Vernunft und wir merken weder, dass wir Angst haben, noch, dass wir nur überleben/nicht voll und ganz leben.
Und unsere Kontrolle hilft uns zusätzlich, dieser Angst nie wieder begegnen müssen, indem wir prinzipiell, entsprechenden Situationen aus dem Weg gehen. So z. B., indem wir Flüchtlinge und ihre Aufnahme kategorisch ablehnen. So meinen wir dann alles unter Kontrolle zu haben.
Aber: Wir haben gar keine Kontrolle! Über nichts im Leben!
Wir können unser Bestes tun und geben und trotzdem: Alles kann anders kommen. Die von uns abgelehnten und in die Flucht geschlagenen Anteile, gehören zu uns. Nur weil wir sie verdrängt haben, "lösen sie sich nicht in Luft auf". Auch sie möchten wieder von uns angenommen werden und in Sicherheit sein.
Genauso, wie die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten zu uns gehören. Es sind Menschen, mit den gleichen Wünschen. Sie möchten in Frieden zu leben. Haben wir den Mut, mit uns/unseren abgelehnten, heimatlosen Anteilen, wie auch mit all den heimaltlosen, abgelehnten Flüchtlingen mitzufühlen?
Wie würde es uns gehen, die Heimat verlassen zu müssen, womöglich noch mit schutzbedürftigen Kindern, Strapazen und Lebensgefahr, auch der eigenen Kinder, in Kauf nehmend, um endlich (in Frieden) zu leben,
um dann abgelehnt, ein- und ausgegrenzt, hingehalten, ... zu werden?
Haben wir den Mut, ihnen unsere Türe öffnen und uns unseren Ängsten zu stellen?

Wir sind frei, unabhängig und autark. Und gleichzeitig brauchen wir immer wieder einmal Andere (das uns Fremde), um uns fürs/ins Leben zu befreien.

Herzliche Grüße Margó Oswald

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Flüchtlinge sind wie eigene, (aus Angst) abgelehnte Gefühle

Mittwoch, den 06. Januar 2016 um 19:17 Uhr

Nur eine Lebensweise, die das Reich des Unbekannten und Geheimnisvollen einschließt, steht im Einklang mit dem Leben selbst. Yehudi Menuhin *1916

Flüchtlinge sind wie eigene, (aus Angst) abgelehnte Gefühle

Im Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation und unseren Reaktionen auf den Flüchtlingsstrom, können wir erkennen, wie wir mit uns selbst umgehen, nämlich mit unseren eigenen, uns unangenehmen inneren Anteilen,
die wir ablehnen/verdrängen/in die Flucht geschlagen, sobald sie sich nur regen.

In Situationen, in denen wir nicht unsere wahren (von uns als negativ oder oft auch peinlich empfundenen) Gefühle/Wünsche/Bedürfnisse zulassen, sondern uns genauso cool, gutmenschlich, besonnen, unverletzlich, großzügig, stark, selbstsicher, ... aber auch entsetzt, wütend, panisch, fanatisch, mobbend, ..., wie alle Anderen zeigen, ist das so.
Aus Angst Erwartungen zu enttäuschen, abgelehnt oder verlacht zu werden, außen vor zu sein und uns somit allein- und stehen gelassen zu fühlen, lehnen wir uns lieber selbst ab, enttäuschen und verletzen uns damit selbst und lassen uns selbst allein, ohne jegliches Mitgefühl, ja ohne es überhaupt bewusst mitzubekommen.

Übrigens ist die Angst einer unserer abgelehnten, inneren Flüchtlinge. Was, wenn wir sie nicht mehr verdrängen, sondern wahrnehmen?

Dann könnten wir uns mit unserer Angst verbünden und uns mit ihr besprechen. Vorausgesetzt, wir tun ihre Befürchtungen nicht ab, sondern nehmen sie ernst.

Vielleicht sagt unsere Angst dann ja: "Bis jetzt war alles sicher. Das Fremde, Unbekannte, Unberechenbare macht alles unsicher und mir Angst."

"Stimmt", können wir ihr antworten, "aber die Flüchtlinge sind schon da. Wir können also nur überlegen, wie es für dich wieder sicher werden kann. Was, wenn wir unsere Sicher- und Geborgenheit mit den Flüchtlingen teilen, was meinst du, werden sie diese dann mit Füßen treten?"

"Nein!", sagt die Angst, "die Flüchtlinge wünschen sich ganz bestimmt nichts sehnlicher als sicher und geborgen zu sein."

"Prima. Teilen wir doch unsere Sicher- und Geborgenheit mit ihnen und wahren und stärken sie dann mit ihnen gemeinsam. Angst? Bist du noch da?"

"Ja, aber ich bin kleiner geworden, jetzt wo du mich ernst nimmst."

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen,
ein in Raum und Zeit begrenzter Teil.
Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins.
Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, das uns auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen beschränkt.
Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit umfasst. Albert Einstein

Ich wünsche Ihnen/Dir ein gesundes, glückliches und erfüllendes neues Jahr, Margó Oswald

   

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