Flüchtlinge sind wie eigene, (aus Angst) abgelehnte Gefühle

Nur eine Lebensweise, die das Reich des Unbekannten und Geheimnisvollen einschließt, steht im Einklang mit dem Leben selbst. Yehudi Menuhin *1916

Flüchtlinge sind wie eigene, (aus Angst) abgelehnte Gefühle

Im Umgang mit der aktuellen Flüchtlingssituation und unseren Reaktionen auf den Flüchtlingsstrom, können wir erkennen, wie wir mit uns selbst umgehen, nämlich mit unseren eigenen, uns unangenehmen inneren Anteilen,
die wir ablehnen/verdrängen/in die Flucht geschlagen, sobald sie sich nur regen.

In Situationen, in denen wir nicht unsere wahren (von uns als negativ oder oft auch peinlich empfundenen) Gefühle/Wünsche/Bedürfnisse zulassen, sondern uns genauso cool, gutmenschlich, besonnen, unverletzlich, großzügig, stark, selbstsicher, ... aber auch entsetzt, wütend, panisch, fanatisch, mobbend, ..., wie alle Anderen zeigen, ist das so.
Aus Angst Erwartungen zu enttäuschen, abgelehnt oder verlacht zu werden, außen vor zu sein und uns somit allein- und stehen gelassen zu fühlen, lehnen wir uns lieber selbst ab, enttäuschen und verletzen uns damit selbst und lassen uns selbst allein, ohne jegliches Mitgefühl, ja ohne es überhaupt bewusst mitzubekommen.

Übrigens ist die Angst einer unserer abgelehnten, inneren Flüchtlinge. Was, wenn wir sie nicht mehr verdrängen, sondern wahrnehmen?

Dann könnten wir uns mit unserer Angst verbünden und uns mit ihr besprechen. Vorausgesetzt, wir tun ihre Befürchtungen nicht ab, sondern nehmen sie ernst.

Vielleicht sagt unsere Angst dann ja: "Bis jetzt war alles sicher. Das Fremde, Unbekannte, Unberechenbare macht alles unsicher und mir Angst."

"Stimmt", können wir ihr antworten, "aber die Flüchtlinge sind schon da. Wir können also nur überlegen, wie es für dich wieder sicher werden kann. Was, wenn wir unsere Sicher- und Geborgenheit mit den Flüchtlingen teilen, was meinst du, werden sie diese dann mit Füßen treten?"

"Nein!", sagt die Angst, "die Flüchtlinge wünschen sich ganz bestimmt nichts sehnlicher als sicher und geborgen zu sein."

"Prima. Teilen wir doch unsere Sicher- und Geborgenheit mit ihnen und wahren und stärken sie dann mit ihnen gemeinsam. Angst? Bist du noch da?"

"Ja, aber ich bin kleiner geworden, jetzt wo du mich ernst nimmst."

Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen,
ein in Raum und Zeit begrenzter Teil.
Er erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt von allem anderen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins.
Diese Täuschung ist wie ein Gefängnis für uns, das uns auf unsere eigenen Vorlieben und auf die Zuneigung zu wenigen beschränkt.
Unser Ziel muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Horizont unseres Mitgefühls erweitern, bis er alle lebenden Wesen und die gesamte Natur in all ihrer Schönheit umfasst. Albert Einstein

Ich wünsche Ihnen/Dir ein gesundes, glückliches und erfüllendes neues Jahr, Margó Oswald