Verdrängung und Abwehr oder Annahme

Es gibt nichts Interessanteres als in all die Welten einzutauchen, die sich mir öffnen. Wo das undurchdringliche Gestrüpp der Glaubenssätze, Kontrollmechanismen und Sicherheitssysteme bisher den Weg blockierte, finden wir gemeinsam den Weg hinaus, ins Licht und auf den eigenen Weg.

Verdrängung und Abwehr oder Annahme

Lehnen wir Flüchtlinge grundsätzlich ab, weil wir nicht mit ihnen fühlen (können) und verdrängen ihre Problematik und ihren Wunsch, angenommen zu werden, eine sichere Heimat zu finden und das Leben wieder genießen zu können? Oder nehmen wir sie an, trotz aller Befürchtungen und Ängste, die dadurch aufkommen?

Stellen wir uns vor, wir hören irgendwo draußen Schüsse. Wir sehenängstliche und aufgeregte Menschen auf unser Haus zulaufen, um in Sicherheit zu gelangen. Würden wir uns in dieser Situation fragen, ob wir sie hereinlassen oder uns abwenden? Oder würden wir nicht vielmehr spontan unsere Tür für sie öffnen, sie erst einmal in unser Haus und somit in Sicherheit lassen?

Im Umgang mit der Flüchtlingsproblematik spiegelt sich unser Umgang mit unseren eigenen, inneren abgelehnten (in die Flucht geschlagenen) Anteilen. Unser inneres Sicherheitssystem und unsere Kontrolle, hindern uns daran, in für uns sehr bedrohlichen Situationen, mit uns (und daher mit Anderen) mitzufühlen. So schützen sie/wir uns davor, Gefahr zu laufen "ins Bodenlose zu fallen".

Vielleicht hatten wir keine Lust fleißig und strebsam zu sein, wie Eltern und Geschwister. Vielleicht konnten wir das, was jene Alle erreichten, nie hinbekommen, obwohl wir uns nach Kräften und immer wieder so sehr darum bemühten. Die hierdurch oder auch aus anderen Gründen erfolgte Ablehnung, durch ihm wichtige Bezugspersonen, ist für ein Kind dermaßen bedrohlich, dass es "den Boden unter den Füßen verliert" und, weil niemand es hält, "es ins Bodenlose stürzt". In solchen als lebensbedrohlich erlebten Situationen, sind Kontrolle und inneres Sicherheitssystem entstanden und die Verdrängung des abgelehnten eigenen Anteils. So konnte das Kind überleben. In uns Erwachsenen wirkt diese riesengroße Angst auch weiterhin.
Unsere Vernunft aber sagt uns: Vor Ablehnung oder Liebesentzug braucht man doch keine Angst zu haben! Und wenn doch, dann auf keinen Fall eine solch riesengroße! Im Zwiespalt zwischen Gefühl und Vernunft, gewinnt die Vernunft und wir merken weder, dass wir Angst haben, noch, dass wir nur überleben/nicht voll und ganz leben.
Und unsere Kontrolle hilft uns zusätzlich, dieser Angst nie wieder begegnen müssen, indem wir prinzipiell, entsprechenden Situationen aus dem Weg gehen. So z. B., indem wir Flüchtlinge und ihre Aufnahme kategorisch ablehnen. So meinen wir dann alles unter Kontrolle zu haben.
Aber: Wir haben gar keine Kontrolle! Über nichts im Leben!
Wir können unser Bestes tun und geben und trotzdem: Alles kann anders kommen. Die von uns abgelehnten und in die Flucht geschlagenen Anteile, gehören zu uns. Nur weil wir sie verdrängt haben, "lösen sie sich nicht in Luft auf". Auch sie möchten wieder von uns angenommen werden und in Sicherheit sein.
Genauso, wie die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten zu uns gehören. Es sind Menschen, mit den gleichen Wünschen. Sie möchten in Frieden zu leben. Haben wir den Mut, mit uns/unseren abgelehnten, heimatlosen Anteilen, wie auch mit all den heimaltlosen, abgelehnten Flüchtlingen mitzufühlen?
Wie würde es uns gehen, die Heimat verlassen zu müssen, womöglich noch mit schutzbedürftigen Kindern, Strapazen und Lebensgefahr, auch der eigenen Kinder, in Kauf nehmend, um endlich (in Frieden) zu leben,
um dann abgelehnt, ein- und ausgegrenzt, hingehalten, ... zu werden?
Haben wir den Mut, ihnen unsere Türe öffnen und uns unseren Ängsten zu stellen?

Wir sind frei, unabhängig und autark. Und gleichzeitig brauchen wir immer wieder einmal Andere (das uns Fremde), um uns fürs/ins Leben zu befreien.

Herzliche Grüße Margó Oswald

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