Was tut ein Kind, das Laufen lernt, auch wenn es immer wieder hinfällt?

Was tut ein Kind, das Laufen lernt, auch wenn es immer wieder hinfällt?

Einfach wieder aufstehen und weiterlaufen, auch wenn es weh tat. So lange, bis es die anfänglichen "Fehler" hinter sich lässt und es schließlich klappt.

 Angst, Schuld und abgelehnte Anteile/Gefühle

Es gibt, wie schon mehrfach erwähnt, einen Bereich in unserem Leben, den anzurühren wir tunlichst vermeiden, um uns nie wieder hilf- und machtlos zu fühlen. Es ist der Bereich in unserem Leben, in dem wir früher einmal eine große existentielle Bedrohung erlebt haben, sodass wir uns seitdem unbewusst "schützen", indem wir uns, in solchen oder ähnlichen Situationen, von unseren Gefühlen trennen.

 "Bestimmte Situationen machen mir solche Angst, dass ich sie inzwischen vermeide."
"Ich werde gemobbt. Das ist mir schon im Kindergarten so gegangen."
"Warum nur gerate ich immer an die falschen Menschen?"
"Immer werde ich ausgebeutet, privat aber auch beruflich. Das war schon immer so."
"Ich werde irgendwie übersehen, das ist schon von klein an so."

 Solche und ähnliche Aussagen können anzeigen, dass wir uns, tief in unserem Inneren, selbst die Schuld an genannten Unglück geben. Das wiederum kann zu Gedanken führen, wie: "Mit mir muss etwas nicht in Ordnung sein. Wenn es immer wieder passiert, mit unter schiedlichen Menschen/in unterschiedlichen Situationen, kann es doch nur an mir liegen! Und dann sind wir, tief in uns, auch davon überzeugt, dass uns keiner so lieben kann wie wir wirklich sind. Wir selbst lehnen uns, bzw. einen wichtigen Teil von uns selbst, ab. Diesen können wir nicht so lieben, wie er ist (uns selbst nicht so, wie wir (auch) sind).
Wir haben das Vertrauen in uns verloren!

 Zwei potentielle Beispiele dazu:

Ein Kleinkind sucht Liebe und Aufmerksamkeit bei Erwachsenen. Es gerät in eine, für das Kind existentiell sehr bedrohliche Situation, es wird missbraucht. Nun kommt es darauf an, ob das Kind danach "aufgefangen wird" oder ob es erlebt, dass Andere es komisch behandeln, ihm nicht glauben oder es irgendwie ablehnen. Fortan könnte dieses Kind nun unbewusst immer Angst haben, Jemandes Liebe oder besondere Aufmerksamkeit. auf sich zu ziehen, denn für das Kind waren vielleicht diese eigenen Gefühle/Anteile "schuld" daran, dass es missbraucht wurde. Sobald diese Gefühle in diesem, inzwischen erwachsenen gewordenen Menschen auftauchen, wird dieser innerlich wieder zum Kind und genauso hilf- und machtlos. Die Angst "schützt" es, indem sie es sofort von diesen Gefühlen trennt, damit "es" nicht wieder passiert.

 Was lässt uns nicht mehr an uns glauben und auf unsere eigene Intuition vertrauen?
Glaubenssätze wie: Das schaffst Du nie! Du doch nicht! Du fällst! Oder Ähnliches?

 Ein anderes Kind will nicht folgen. Es reißt sich vielleicht los, wird angefahren und schwer verletzt. Es erlebt eine existentiell extrem bedrohliche Situation. Vielleicht bekommt das Kind danach zu hören: Siehst Du, wenn du nicht folgst, ... Dieses Kind lehnt in der Folge vielleicht seinen eigenen Willen ab, weil es meint , dass dieser daran "schuld" ist, dass es verunglückte. Dieses Kind würde sich, auch als Erwachsene/r unbewusst immer dann, wenn der eigene Wille zu spüren ist, von diesem trennen, damit "es" nicht wieder passiert.

 Was tun wir, wenn wir etwas neu einüben/erproben, einige Male gestrauchelt sind und es jedes Mal weh tut?
Wir lernen nicht aus dieser Erfahrung, um es beim nächsten Mal anders zu machen, sondern wir sagen und glauben: "Das schaffe ich sowieso nie! Weil wir inzwischen dem, was Andere sagten und sagen, mehr vertrauen als uns selbst.

 Herzliche Grüße
Margó Oswald

 Es ist an der Zeit, uns unsere "Schuld" genauer anzusehen, um uns von ihr befreien. Damit wir uns selbst (unsere abgelehnten/in die Flucht geschlagenen Anteile/Gefühle) wieder annehmen, wieder an uns selbst glauben und uns selbst wieder vertrauen.